Dendrometer: mehr als Wachstum messen (TWD)

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Ein Dendrometer ist ein wissenschaftliches Messinstrument, das verwendet wird um den Stammdurchmesser oder den Stammumfang über die Zeit hinweg zu messen. Es ist ein zentrales Werkzeug in der Forstwissenschaft, Ökologie und Klimaforschung.

Eine klassische Anwendung ist die Messung des jährlichen Zuwachses eines Baumes. Dies geschieht häufig mit Durchmesserbändern oder mechanischen Banddendrometern mit einer Genauigkeit von etwa ± 0,1 mm.

Daneben gibt es elektronische, hochauflösende Dendrometer mit Datenloggern, die Genauigkeiten bis zu ± 0,2 µm (0,0002 mm) erreichen. Diese ermöglichen es nicht nur, Wachstum feiner aufzulösen sondern auch Stammdickenänderungen, die vom Wassergehalt im Stamm abhängen, aufzuzeichnen.

Das können Änderungen sein, die durch tageszeitliche Schwankungen entstehen: weniger Wasser im Stamm durch Transpiration unter Tags, mehr Wasser im Stamm bei ausbleibender Transpiration in der Nacht, Reaktionen auf Wetterereignisse oder durch Trockenstress.

Zur Bewertung von Trockenstress eignet sich das sogenannte Tree Water Deficit (TWD).

Verzeichnet das Dendrometer Änderungen im Stammdurchmesser, lassen sich diese Änderungen in zwei Kategorien einteilen: Zum einen die Stammschrumpfung (TWD), die durch Wasserdefizit verursacht wird, und zum anderen das irreversible Wachstum (GRO), das durch das Wachstum bedingt ist.

Das Tree Water Deficit wird als die Differenz zwischen dem letzten vorhergenden Maximum des Stammdurchmessers und dem aktuellen Stammdurchmesser berechnet.

Bleibt der Stammdurchmesser länger als 24 Stunden unter dem letzten vorhergenden Maximum, deutet dies auf eine Trockenperiode hin.


Abbildung a) zeigt den Stammdurchmesser (DR) über die Zeit. Der Verlauf des Stammdurchmessers lässt sich in b) TWD (reversibel) und c) GRO (irreversibel) aufteilen.

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