Am Schloss Nymphenburg: Der Kampf gegen Misteln

| Ökologie Wissenschaft

Im Herzen Münchens, im prachtvollen Schlosspark von Schloss Nymphenburg, entfaltet sich eine stille, jedoch intensive Auseinandersetzung zwischen den majestätischen Lindenalleen und den immer mehr verbreiteten Laubholz-Misteln. Diese Auseinandersetzung hat nicht nur Auswirkungen auf die Ästhetik und Struktur der historischen Bäume, sondern auch auf das ökologische Gleichgewicht des Parks. Bei TreeSense widmen wir uns mit Hingabe dieser Problematik und setzen fortschrittliche Technologien ein, um den Einfluss der Misteln auf die Vitalität der Linden präzise zu analysieren und effektive Gegenstrategien zu entwickeln.

Die historische Bedeutung von Schloss Nymphenburg

Schloss Nymphenburg, das zwischen 1715 und 1918 der Sommersitz der Wittelsbacher Kurfürsten und Könige von Bayern war, steht nicht nur als Baudenkmal für reiche Geschichte und Kultur, sondern auch als ein Symbol für die harmonische Koexistenz von Mensch und Natur. Die barocke Hochallee entlang des Mittelkanals, geprägt von beeindruckenden Linden, die teilweise noch aus der Erbauungszeit stammen, ist ein zentrales Element dieser idyllischen Landschaft.

Die ökologische Herausforderung durch Misteln

Die Laubholz-Mistel, ein Halbschmarotzer, der sich vornehmlich Wasser und darin gelöste Mineralien vom Wirt, hier den Linden, holt, wird in Trockenphasen, die als Folge des Klimawandels häufiger auftreten, zur ernsthaften Bedrohung. Diese Misteln schließen ihre Spaltöffnungen nicht während Trockenperioden, was zu einer erheblichen Wasserabgabe führt und den Wirt zusätzlich belastet.

Technologieeinsatz im Kampf gegen die Mistel

Um die Auswirkungen besser zu verstehen und adaptiv zu handeln, verwenden wir im Schlosspark Nymphenburg TreeSense Pulse. Insgesamt 75 Sensoren messen den elektrischen Widerstand und die Temperatur in den Baumkronen, der als Indikator für den Wassergehalt der Äste dient. Diese Daten werden alle 15 Minuten erhoben und geben uns ein klares Bild vom „Herzschlag“ der Linden. Der direkte Vergleich von befallenen und unversehrten Ästen lässt uns effektive Rückschnittintervalle definieren, die die Gesundheit der Bäume erhalten ohne die Krone wesentlich zu verändern.

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Langfristige Ziele und Ausblick

Unser Ziel bei TreeSense ist es nicht nur, die Linden zu retten und den Schlosspark für zukünftige Generationen zu erhalten, sondern auch, unser Wissen und unsere Technologie einzusetzen, um ein nachhaltiges Management von städtischen und historischen Grünflächen weltweit zu fördern. Die Erkenntnisse aus unserem Pilotprojekt in Nymphenburg fließen in globale Bestrebungen ein, die urbane Biodiversität und die Resilienz von Stadtökosystemen gegen den Klimawandel zu stärken.

Der Kampf gegen die Misteln in Schloss Nymphenburg ist ein Paradebeispiel dafür, wie durch den Einsatz von Wissenschaft und Technologie, historische und ökologische Schätze geschützt und für die Zukunft bewahrt werden können.

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